
Wenn in einer Kita oder Schule der Fototermin ansteht, fällt die Entscheidung oft schnell: Ein Anbieter hat angerufen, das Angebot klingt in Ordnung, der Termin steht. Ein Jahr später ärgern sich dann alle. Die Bilder sehen aus wie vor zwanzig Jahren, das Sekretariat hat wochenlang Bestellzettel und Bargeld eingesammelt, und zwei Eltern beschweren sich, weil ihr Kind fotografiert wurde, obwohl sie nichts unterschrieben hatten.
Ich bin Heike. Seit über zwanzig Jahren fotografiere ich Kinder in Kitas und Schulen in Ronneburg, Gera, Altenburg und im übrigen Ostthüringen. In dieser Zeit habe ich viele Einrichtungen erlebt, die den Anbieter gewechselt haben – fast immer aus denselben Gründen. Dieser Beitrag fasst zusammen, worauf ihr bei der Auswahl achten solltet. Auch dann, wenn ihr euch am Ende für jemand anderen entscheidet.
Der Preis pro Bild ist die Zahl, die im Angebot am schnellsten ins Auge fällt. Er ist aber selten das, was am Ende über die Zufriedenheit entscheidet. Denn den eigentlichen Aufwand eines Fototermins tragen nicht die Eltern, sondern ihr: die Organisation im Vorfeld, der Ablauf am Tag selbst, die Rückfragen danach.
Eine Einrichtung, die einmal einen ruhigen, gut organisierten Fototag erlebt hat, bleibt in der Regel jahrelang bei derselben Person. Nicht weil es besonders günstig war, sondern weil niemand hinterherlaufen musste. Genau danach solltet ihr fragen.

Fragt konkret nach, wer was übernimmt. Bekommt ihr fertige Eltern-Informationen und Einwilligungsformulare, oder müsst ihr die selbst aufsetzen? Wird euch ein Zeitplan pro Gruppe oder Klasse geschickt, oder klärt sich das erst am Morgen des Fototags? Wer baut auf, wer räumt ab?
Ein guter Anhaltspunkt: Wenn die Fotografin nicht von sich aus fragt, welcher Raum bei euch Tageslicht hat und an welchem Wochentag erfahrungsgemäß die wenigsten Kinder fehlen, hat sie sich mit eurer Einrichtung nicht beschäftigt. Wie so ein Ablauf im Detail aussehen kann, habe ich für Kitas in einem eigenen Beitrag beschrieben.
Seit der DSGVO ist der Fototermin für Leitungen zu einem Thema geworden, bei dem Fehler schnell unangenehm werden. Klärt deshalb vorab: Wer stellt die Einwilligungserklärung? Was passiert mit Kindern, für die keine Einwilligung vorliegt? Wo werden die Bilder gespeichert, und wie lange?
Und die Frage, die am häufigsten übersehen wird: Sehen Eltern in der Online-Galerie nur ihr eigenes Kind, oder alle? Wenn eine Galerie sämtliche Einzelportraits einer Gruppe für alle Eltern sichtbar macht, ist das ein Problem – unabhängig davon, wie schön die Bilder geworden sind. Die wichtigsten Punkte dazu habe ich in einem Beitrag zur Einwilligung zusammengefasst.
Das lässt sich vorab schwer prüfen, aber ihr könnt danach fragen. Wie viel Zeit ist pro Kind eingeplant? Was passiert mit einem Kind, das gerade nicht möchte? Wird mit Blitz gearbeitet? Gibt es feste Posen, oder darf ein Kind auch mal sein, wie es ist?
Vier bis sechs Minuten pro Kind klingen nach wenig, reichen aber gut aus, solange nicht im Akkord durchgeschleust wird. Zwei Minuten reichen nicht. Und ein Kind, das weint, gehört nicht vor die Kamera – auch nicht „ganz kurz“.

Hier entsteht für euch erfahrungsgemäß der meiste Aufwand – oder eben keiner. Läuft die Bestellung direkt zwischen Eltern und Fotografin, oder sammelt das Sekretariat Zettel und Bargeld ein? Wie lange dauert es vom Fototag bis zur Galerie? Und werden Geschwisterbilder angeboten, wenn Kinder in derselben Einrichtung sind?
Zwei bis drei Wochen Bearbeitungszeit sind realistisch. Wer die Bilder für den nächsten Tag verspricht, hat entweder nicht ausgewählt oder nicht bearbeitet.
Anbieter, die bundesweit arbeiten, schicken oft wechselnde Fotografen. Für eine Kita heißt das: Jedes Jahr steht jemand Neues im Raum, die Kinder müssen sich neu einstellen, und Absprachen aus dem Vorjahr sind niemandem bekannt.
Ich fahre zu Einrichtungen in Ronneburg, Gera, Altenburg, Greiz und im weiteren Ostthüringen, bei Bedarf auch darüber hinaus. Kurze Wege bedeuten ganz praktisch: Ein Nachholtermin für kranke Kinder ist keine große Sache, und wer im nächsten Jahr wieder bucht, bekommt dieselbe Person.
Für Termine im Herbst meldet euch am besten im Frühjahr, für das Frühjahr im Herbst davor. Kurzfristig lässt sich oft trotzdem etwas einrichten – fragt einfach nach.
Bei größeren Einrichtungen plane ich in der Regel einen Nachholtermin ein. Bei kleineren Gruppen lässt sich das häufig noch am selben Tag lösen.
Der Ablauf ähnelt sich, die Zeitplanung nicht. In der Kita arbeite ich in Gruppen und mit mehr Pufferzeit, in der Schule klassenweise nach Stundenplan. Beispielbilder findet ihr bei der Kitafotografie und der Schulfotografie.
Ja. Die Galerie bleibt eine Zeit lang geöffnet, sodass auch nach dem ersten Bestellzeitraum noch etwas dazukommen kann.
Wenn ihr gerade überlegt, ob ihr wechseln oder zum ersten Mal jemanden beauftragen wollt: Schreibt mir kurz über das Kontaktformular, in welcher Einrichtung ihr seid, wie viele Gruppen oder Klassen es sind und wann der Termin ungefähr liegen soll. Dann telefonieren wir in Ruhe – unverbindlich, und ohne dass ihr euch danach zu irgendetwas verpflichtet fühlen müsst.
Was euch hier erwartet: Ratgeber rund um Hochzeits-, Kita-, Schul- und Familienfotografie, ehrliche Einblicke aus dem Studio und Tipps für euer eigenes Shooting in Ostthüringen.


