
Die meisten Brautpaare planen ihren Hochzeitstag von der Location her: Wo wird geheiratet, wo wird gefeiert. Der Zeitplan dazwischen entsteht dann irgendwie nebenbei – und genau dort wird es am Hochzeitstag eng. Nicht weil etwas schiefgeht, sondern weil zwischen Trauung und Sektempfang regelmäßig eine Stunde fehlt, die vorher niemand eingeplant hat.
Ich bin Heike und fotografiere seit über zwanzig Jahren Hochzeiten in Ronneburg, Gera, Altenburg und im übrigen Ostthüringen. Ronneburg liegt ziemlich genau zwischen Gera und Altenburg, ich bin also in beiden Richtungen regelmäßig unterwegs. Was ich dabei immer wieder sehe: Der Zeitplan entscheidet mehr über die Bilder als die Kulisse.
Eine schöne Location rettet keinen Tag, an dem alle hetzen. Umgekehrt entstehen an einem ganz unspektakulären Ort großartige Bilder, wenn genug Luft im Ablauf ist – weil die Menschen dann entspannt sind und nicht ständig auf die Uhr schauen.
Für die Fotos heißt das konkret: Ich brauche keine zusätzlichen Stunden. Ich brauche an drei, vier Stellen im Tag jeweils zwanzig Minuten Puffer. Wo genau, dazu gleich mehr.

Das Getting Ready ist der ruhigste Teil des Tages und liefert oft die schönsten Detailaufnahmen – Ringe, Kleid, Schuhe, die letzten Handgriffe. Dafür reichen mir vierzig Minuten, vorausgesetzt, ich bin da, bevor es hektisch wird.
Ein praktischer Hinweis: Plant den Weg zum Standesamt großzügiger, als eine Navigations-App ihn berechnet. Zwischen Ronneburg, Gera und Altenburg sind die Wege kurz, aber am Freitagnachmittag steht man auch hier. Und ein Brautkleid steigt langsamer ins Auto als eine Jeans.
Wie viel ich während der Trauung fotografieren darf, entscheidet weder ihr noch ich, sondern die Standesbeamtin oder der Standesbeamte. Manche haben nichts dagegen, wenn ich mich frei bewege, andere möchten mich an einer festen Stelle sehen. Das ist von Haus zu Haus verschieden und ändert sich auch mal mit der Person.
Deshalb kläre ich das vorher ab – oder ihr fragt bei eurem Termin kurz nach. Zwei Sätze am Telefon ersparen die Diskussion in genau der Sekunde, in der ihr Ja sagt.
Der Moment der Unterschrift ist übrigens fast immer möglich und gehört zu den Bildern, die später am häufigsten angeschaut werden.
Hier läuft der Zeitplan am häufigsten aus dem Ruder. Nach der Trauung kommen die Gratulationen, dann sollen Gruppenfotos gemacht werden, und plötzlich sind fünfzig Minuten weg statt der eingeplanten zwanzig.
Was hilft, ist eine Liste. Schreibt vorher auf, welche Gruppenbilder ihr wirklich wollt: Eltern, Geschwister, Trauzeugen, Großeltern, vielleicht die Kollegen. Pro Konstellation rechne ich zwei bis drei Minuten. Bei acht Gruppen sind das gut zwanzig Minuten – und die kann man dann auch einplanen.
Und benennt jemanden aus der Familie, der die Leute zusammenruft. Ich kenne eure Tante nicht. Wer die Namen kennt, ist doppelt so schnell.

Wenn Trauung und Feier an verschiedenen Orten stattfinden – etwa die Trauung in Altenburg, gefeiert wird im Umland – dann geht der Weg dazwischen fast immer von der Fotozeit ab, nicht von der Feierzeit. Rechnet die Fahrt doppelt: einmal die reine Fahrzeit und einmal die Verzögerung, bis wirklich alle Autos losgefahren sind.
Ideen für Fotostopps unterwegs habe ich in meinem Beitrag zu den Hochzeitslocations in Ostthüringen gesammelt.
Wenn ihr mir eine einzige Bitte zum Zeitplan erfüllt, dann diese: Nehmt euch dreißig Minuten in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang. Das Licht ist dann weich und warm, ihr habt den Trubel hinter euch, und niemand wartet auf euch – die Gäste sitzen beim Essen.
Im Hochsommer heißt das in unserer Gegend gegen halb neun am Abend, im Oktober schon gegen sechs. Diese halbe Stunde bringt regelmäßig die Bilder, die später über dem Sofa hängen.
Für Samstage in der Hauptsaison melden sich Paare oft ein Jahr vorher. Kurzfristiger geht auch – fragt einfach nach, ob euer Termin noch frei ist. Mehr dazu steht im Beitrag darüber, wann ihr euren Hochzeitsfotografen buchen solltet.
Ja. Beide Städte sind von Ronneburg aus keine halbe Stunde entfernt, ich bin dort regelmäßig unterwegs. Auch weiter weg komme ich – sprecht mich einfach an.
Dann verschieben wir das Paarshooting im Tagesverlauf, statt es zu streichen. Regen dauert selten den ganzen Tag, und zwischen zwei Schauern liegt oft das schönste Licht. Zur Not arbeiten wir drinnen.
Nein. Ich richte mich nach eurem Tag, nicht umgekehrt. Ich sage euch nur vorher, wo es erfahrungsgemäß eng wird.
Wenn ihr gerade euren Hochzeitstag plant und unsicher seid, wo die Puffer hingehören: Schreibt mir über das Kontaktformular, wann und wo ihr heiratet. Beispiele aus vergangenen Hochzeiten findet ihr in meiner Hochzeitsgalerie und im übrigen Portfolio.
Was euch hier erwartet: Ratgeber rund um Hochzeits-, Kita-, Schul- und Familienfotografie, ehrliche Einblicke aus dem Studio und Tipps für euer eigenes Shooting in Ostthüringen.


