
Jedes Jahr dasselbe: Im Oktober nimmt man sich vor, dieses Mal Weihnachtskarten mit einem richtigen Familienfoto zu verschicken. Dann ist plötzlich der 18. Dezember, und es wird wieder die Karte mit dem gezeichneten Rentier aus dem Supermarkt.
Ich bin Heike und fotografiere seit über zwanzig Jahren in Ronneburg, Gera und Ostthüringen. Jeden Dezember bekomme ich Anfragen von Familien, die ihre Bilder „bis übermorgen“ brauchen. Manchmal geht das. Oft nicht. Deshalb hier einmal in Ruhe: wann ihr fotografieren müsst, damit die Karte rechtzeitig ankommt, und worauf es beim Motiv ankommt.
Die meisten planen vom Shooting aus nach vorn. Besser ist der umgekehrte Weg: Nehmt den Tag, an dem die Karte im Briefkasten eurer Großeltern liegen soll, und rechnet von dort zurück. Drei Etappen liegen dazwischen, und jede braucht Zeit.
Der Postweg. Für Weihnachtspost empfiehlt die Deutsche Post üblicherweise, bis etwa Mitte Dezember einzuwerfen. Wer später dran ist, konkurriert mit dem gesamten Paketaufkommen des Jahres.
Der Druck. Online-Druckereien brauchen für Klappkarten je nach Anbieter und Auflage mehrere Werktage. In der Adventszeit wird daraus mehr, weil alle gleichzeitig bestellen. Wer am Automaten im Drogeriemarkt druckt, ist schneller, hat dafür weniger Auswahl beim Papier.
Die Bildbearbeitung. Nach dem Shooting sortiere ich durch und bearbeite jedes Bild einzeln. Das dauert, und es soll auch dauern – unbearbeitete Bilder auf einer gedruckten Karte sieht man sofort.
Zusammengezählt landet man schnell bei zwei bis drei Wochen zwischen Shooting und Briefkasten. Ein Termin Ende November ist also kein übertriebener Vorlauf, sondern der Normalfall. Anfang Dezember geht auch noch. Ab Mitte Dezember wird es eng – nicht wegen mir, sondern wegen Druckerei und Post.
Ein Bild, das als Wandbild funktioniert, funktioniert nicht automatisch als Karte. Der Unterschied ist der Platz für Text.
Auf einer Weihnachtskarte steht meistens noch etwas: „Frohe Weihnachten“, eure Namen, vielleicht die Jahreszahl. Dafür braucht es eine ruhige Fläche. Ein Bild, das bis in jede Ecke vollgepackt ist, zwingt die Schrift mitten ins Gesicht. Sagt mir beim Shooting einfach, dass die Bilder für Karten gedacht sind – dann plane ich den Platz gleich mit ein.
Welches Format ihr braucht, wisst ihr oft erst, wenn die Kartenvorlage ausgesucht ist. Deshalb mache ich von den besten Motiven gern beide Varianten. Ein nachträglicher Zuschnitt von Hoch- auf Querformat geht selten gut aus, ohne dass jemandem der Kopf abgeschnitten wird.
Das klingt seltsam aus dem Mund von jemandem, der im Advent ein weihnachtliches Studio aufbaut. Aber die Karte soll in fünf Jahren noch schön sein. Bilder, auf denen eure Gesichter die Hauptrolle spielen und die Deko nur den Rahmen gibt, altern deutlich besser als Bilder, auf denen man vor lauter Lametta niemanden erkennt.
Zu spät anfangen. Der häufigste und der ärgerlichste, weil er sich am einfachsten vermeiden lässt.
Das Bild in schlechter Qualität hochladen. Achtet darauf, dass die Druckerei die volle Auflösung bekommt. Wer ein Bild erst über einen Messenger weiterleitet und dann hochlädt, druckt eine komprimierte Version. Auf Papier sieht man das sofort – unscharfe Kanten, matschige Details. Nehmt immer die Originaldatei aus eurer Galerie.
Niemanden fragen. Wenn ihr unsicher seid, welches Motiv sich für eine Karte eignet: fragt mich. Ich sehe die Bilder ohnehin alle und sage euch gern, welches sich am besten zuschneiden lässt.
Zählt vorher durch und rechnet ein paar dazu. Nachbestellen kostet fast immer mehr als die Karten wert sind, weil der Versand noch einmal anfällt und die Druckerei in der Hochsaison länger braucht. Fünf Karten zu viel sind günstiger als eine Nachbestellung – und für die, die man vergessen hat, ist man dankbar.
Das ist bei den meisten der eigentliche Grund, warum es jedes Jahr nicht klappt. Das letzte Foto, auf dem wirklich alle drauf sind, ist drei Jahre alt, und für ein richtiges Shooting fehlt im Advent die Zeit.
Dafür gibt es dieses Jahr vier Termine: kurze Shootings von zwanzig Minuten im weihnachtlich dekorierten Studio, am 27. und 28. November sowie am 4. und 5. Dezember. Alle Infos stehen auf der Seite zum Weihnachtsshooting.
Wenn euch ein klassisches Familienbild lieber ist, ohne Tannenzweige und rote Mützen, geht das genauso. Schaut dazu in die Galerie für Familien und Kinder oder schreibt mir über das Kontaktformular, was ihr euch vorstellt.
Und falls ihr diesen Text erst im Dezember lest: fragt trotzdem. Manchmal wird kurzfristig etwas frei, und für ein einzelnes Bild findet sich fast immer eine Lösung.
Was euch hier erwartet: Ratgeber rund um Hochzeits-, Kita-, Schul- und Familienfotografie, ehrliche Einblicke aus dem Studio und Tipps für euer eigenes Shooting in Ostthüringen.


