Biometrische Passbilder: Was sich geändert hat und worauf ihr achten müsst

Seit Mai 2025 gilt für Passbilder eine Regel, die viele erst im Bürgerbüro erfahren – meistens dann, wenn sie den Papierabzug schon in der Hand halten und wieder nach Hause geschickt werden.

Ich bin Heike und fotografiere in Ronneburg, unter anderem Passbilder und Bewerbungsfotos. Weil die Frage inzwischen fast wöchentlich kommt, hier eine Einordnung: was sich geändert hat, für welche Dokumente es gilt und worauf ihr beim Bild selbst achten müsst.

Papierfotos werden nicht mehr angenommen

Für Personalausweis, Reisepass und elektronischen Aufenthaltstitel dürft ihr seit dem 1. Mai 2025 kein ausgedrucktes Foto mehr mitbringen. Hintergrund ist der Schutz vor Bildmanipulation, vor allem vor dem sogenannten Morphing, bei dem zwei Gesichter zu einem verschmolzen werden.

Es gibt nur noch zwei zulässige Wege:

Erstens: Ihr lasst das Foto direkt im Bürgerbüro an einem dortigen Terminal aufnehmen.

Zweitens: Ihr geht zu einem Fotografen, der das Bild über einen gesicherten digitalen Weg direkt an die Behörde übermittelt. Ihr bekommt einen Code, den ihr im Amt vorlegt, und dort wird das Bild abgerufen.

Bei Führerschein und Visum können andere Regeln gelten, weil die Dokumente von anderen Stellen ausgestellt werden. Fragt dort im Zweifel kurz nach, bevor ihr euch auf eine Variante festlegt.

Welcher der beiden Wege für euer Dokument der richtige ist, klären wir am besten kurz vorab – schreibt mir einfach, bevor ihr einen Termin ausmacht.

Warum das Terminal im Amt nicht immer die bessere Wahl ist

Das Terminal ist günstig und man hat es hinter sich. Ehrlich gesagt ist das aber auch schon der ganze Vorteil.

Was dort fehlt, ist jemand, der hinschaut. Die Kabine fotografiert, was vor der Linse ist – auch den verrutschten Kragen, die Strähne im Gesicht, die halb geschlossenen Augen. Niemand sagt euch, dass ihr das Kinn zwei Zentimeter senken solltet. Und das Bild, das dabei herauskommt, begleitet euch zehn Jahre lang durch jede Ausweiskontrolle.

Beim Fotografen dauert es ein paar Minuten länger, dafür schauen wir gemeinsam auf das Ergebnis, bevor es verschickt wird. Bei Kindern ist der Unterschied am größten: Ein Zweijähriger hält in einer Automatenkabine selten still, und die Vorgaben für Kinderpassbilder sind streng.

Die Vorgaben, an denen Bilder am häufigsten scheitern

Die Anforderungen der Bundesdruckerei sind detailliert. Diese fünf Punkte sind die, an denen es in der Praxis am häufigsten hakt:

Der Gesichtsausdruck. Neutral, Mund geschlossen, beide Augen offen und sichtbar. Lächeln ist nicht erlaubt – was vielen schwerfällt, weil man vor einer Kamera reflexhaft lächelt.

Der Blick. Direkt in die Kamera, Kopf gerade. Kein leichtes Neigen, auch wenn es vorteilhafter aussieht.

Die Augen frei. Keine Haare, keine Reflexionen, keine getönten Gläser. Wer eine Brille trägt, darf sie aufbehalten, aber die Augen müssen vollständig erkennbar sein. Oft ist es einfacher, sie für das eine Bild abzunehmen.

Der Hintergrund. Einfarbig und hell, ohne Schatten. Genau hier scheitern Selbstversuche mit dem Handy vor der Wohnzimmerwand fast immer.

Kopfbedeckungen. Grundsätzlich nicht erlaubt. Aus religiösen Gründen gibt es Ausnahmen, dann muss das Gesicht von Stirn bis Kinn frei bleiben.

Was ihr mitbringen solltet

Nicht viel. Zieht etwas an, das sich farblich vom hellen Hintergrund abhebt – ein weißes Hemd verschwimmt schnell damit. Bei Kindern hilft es, den Termin nicht direkt vor den Mittagsschlaf zu legen.

Und plant ein paar Minuten mehr ein, als ihr denkt. Passbilder dauern selten lange, aber Hektik sieht man auf dem Gesicht.

Passbild oder Bewerbungsfoto?

Das wird oft verwechselt, weil beides „ein Foto von mir“ ist. Die Anforderungen sind aber gegensätzlich: Das Passbild ist genormt, frontal und ausdruckslos. Ein Bewerbungsfoto soll euch zeigen, wie ihr auf andere wirkt – zugewandt, wach, ansprechbar. Beides in einem Bild geht nicht.

Wenn ihr ohnehin im Studio seid, lässt sich das aber gut kombinieren. Mehr dazu steht im Beitrag zu Bewerbungsfotos in Ronneburg und Gera, und Beispiele findet ihr in der Portraitgalerie.

Termin

Passbilder mache ich an festen Tagen im Studio in Ronneburg. Eine kurze Nachricht vorab ist sinnvoll, damit ich euch sagen kann, wann es passt – dann wartet ihr nicht umsonst. Schreibt mir einfach über das Kontaktformular oder ruft an.

Aus dem Studio

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